Bericht/ Anzeige aus der FilmRevue Nr. 10/ 1955

 

 

 

 

 

 

Bericht aus der Frankfurter Illistrierte: April 1955

 

 Titel: Sie wählte den Tod

 

  

 

 

Schlagzeile u. Bericht, der Dt.Illustrierten Nr. 29, vom 21.07.1956

 

 

 

 

Bitte nicht stören – stand auf einem Zettel, derm am Pfingstdienstag

 

 

1955 an der Tür im 3. Stock des Hauses Karl- Theodor- Str. 25, in

München hing. Am Pfingstsamstag hatte ihn die Filmschauspielerin

Sybille Schmitz geschrieben. Sie wohnte seit Herbst 1952 in Unter-

miete bei Fräulein Dr. Ursula Moritz. Durch Einnahme einer Über-

dosis Schlaftabletten setzte Sybille Schmitz ihrem Leben ein Ende.

Auf dem Münchner Ostfriedhof wurde sie, nach ihrem letzten

Willen eingeäschert. Monatelang rätselte man über den geheimnis-

vollen Tod der Künstlerin. War es innere Zerrissenheit, Schwermut,

Angst, die sie zum Rauschgift und schließlich zu der tödlichen

Tablettendosis greifen ließ? Oder wurde sie Opfer ihrer gewissen-

losen Ärztin, die die nervenkranke Sybille in den Tod trieb ??...

 

 

 

 

 

Bericht aus einem Filmmagazin 1956

 

 

 

 

Bericht aus der Star Revue Nr. 7- 1957

 

 

 

 

Revue 36, vom 09.09.1962 "Sie wählte den Tod"

 

 

Selbstmord: Ein tragischer Fall in der jüngeren Vergangenheit.

Sybille Schmitz:

Als sie, ein unbekanntes Mädchen zum Theater ging, um Schauspielerin

zu werden, unterschied sich Sybille von Anfang an vom Gros der

Konkurrenz in einem entscheidenden Punkt: Sie hatte Begabung ! ...

Als der deutsche Film sie 1932 entdeckte, brauchte sie schon nicht

mehr entdeckt zu werden. Deutschlands Film hatte mit Sybille Schmitz

noch eine seiner letzten großen Chancen. FP 1 antwortet nicht,

Fährmann Maria, Titanic, Sensation im Savoy, hießen die Stationen auf

dem Weg zum Ruhm. Aber dann kam das dritte Reich. Und bei den Herren

machte sich Sybille verdächtig. In menschlichen wie in künstlerischen

Dingen pflegte sie nie die Wahrheit zu verleugnen. Doch Wahrheit

vertrug man damals schlecht.

Der 2. Weltkrieg war beendet, es lag ein Abgrund zwischen Vergangenheit

und Zukunft. Schauspielerinnen vom Format einer Sybille Schmitz mussten

diesen Abgrund als bodenlos empfinden, denn der deutsche Nachkriegsfilm

kultivierte auf der Leinwand das Püppchen- Ideal. Sybille Schmitz war,

das redete sie sich jedenfalls ein, abgemeldet. Der Komplex nahm Gestalt

an ... Zum tragischen Ausbruch kam er durch eine einzige Rolle...die

Sybille Schmitz nicht erhielt.  Es war die in Robert Siodmaks Klassiker

„Die Ratten“. Es geschieht, was in hundert anderen Filmen geschieht,

die Rolle wird umbesetzt. Aus Gründen, die nichts mit ihren Fähigkeiten

zu tun hatten. Aber als die Entscheidung fiel, konnte sie sie schon

nicht mehr ertragen. Der Komplex hatte sich festgefressen. Sybille

Schmitz flüchtete zuerst in den Rausch des Morphiums – und, als sie

ganz unten war, in das Vergessen des Todes...

 

 

 

 

 

"Neue Post" von 1976, Serie "Künstler, die man nie vergisst"

 

 Nr. 49: 29.11.1976

 

 

 

 

 

 

 

Freizeit Revue von 1994, Serie "Die schönsten Frauen der Filmgeschichte"

 

   Nr. 23:  Mai 1994

 

 

Die grossen deutschen Filmklassiker Nr. 23 2005

 

    

 

 

Sybille Schmitz: der Name hatte etwas so banales und klingt beinahe wie Ironie für diese einzigartige Frau, über die geredet wurde, dass sie bisexuell war, mit Goebbels aneinander geriet, in den 50er Jahren beruflich wie privat scheiterte und schließlich Selbstmord beging. Kaum verständlich, dass diese Frau heute so vergessen zu sein scheint. Es gibt jedoch nach wie vor einen kleinen aber leidenschaftlichen Kreis an Bewunderern, die die Schmitz noch aus ihren UFA Filmen kennen und schätzen.


 

Für Viele wird sie "Die Unbekannte" bleiben, doch möge diese weltweit erste und einzige Homepage über die großartige Künstlerin dazu beitragen, die Erinnerung an die Schauspielerin und den Menschen Sybille Schmitz aufrecht zu erhalten.

 

Teil 1: Das Leben der Sybille Schmitz, siehe Seite:

 

Biografie



 

 

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Sybille Schmitz: Schlagzeilen & Berichte zum Tod:

 

Die unfassbare Nachricht am 13.April 1955:

Nach Sybilles Freitod gab es in Münchner Kreisen sowie der Presse, wilde Spekulationen über die Beweggründe, Mittäter und die Frage nach dem Warum. Eine zufriedenstellende [Auf] Klärung jedoch gab es nie. Unübersehbar war jedoch, dass Sybille Schmitz am Ende ihres noch jungen Lebens, vom Leben und den Menschen, denen sie einmal vertraute, enttäuscht wurde. Hinzu kam die ihr zum Verhängnis gewordene Abhängigkeit von Alkohol, Drogen und einigen Personen, die mehr auf ihr Geld auswahren, als darauf, dem Menschen Sybille Schmitz aus seiner Krise zu befreien. Es gab zahlreiche Signale [u.a. mehrere Suizidversuche], die auf die ausweglose Situation der Künstlerin aufmerksam machten, doch leider wurden diese bewusst oder unbewusst, überhört...

 

 

Sybille Schmitz war so besonders, so anders, als all die anderen UFA- Stars, die in blankpolierten Unterhaltungsfilmen spielten.  Doch sie war auch furchtbar unglücklich in ihrem Leben, mit sich selbst, mit ihrer Entwicklung im Filmgeschäft nach dem Krieg, mit den- und über die Menschen, die sie vergaßen und falsch behandelten.

Hier nun einige Zeigungsausschnitte und Berichte, z.T. direkt nach ihrem Tod erschienen und Berichte aus diversen Zeitungen, die auch jahrzehnte später noch vom Mythos der Schmitz berichten, mit denselben Schlagzeilen der Zeitungen aus den 50ern.

Natürlich wurden der Tod von Sybille Schmitz und dessen Aufklärung von der Presse als Medienereignis umgesetzt, dementsprechend klangen die Schlagzeilen. Bilden Sie sich selbst ein Urteil über die Sensationspresse der 50er Jahre.

     

 

 

 

 

Düsseldorfer Nachrichten: 14.04.1955

 

 

Die oft zitierte Zeile, aus einem der Abschiedsbriefe:

 

Frankfurter Rundschau: 14.04.1955

 

 

Stern Ausgabe Nr. 48 - 1955

Schauspielerin Sybille Schmitz ist an den Folgen einer Schlafmittelvergiftung in einem Münchener Krankenhaus gestorben. Die Schauspielerin war am Dienstagabend in hoffnungslosem Zustand in das Krankenhaus gebracht worden. Es wird vermutet, dass sie eine tödliche Dosis Schlaftabletten bereits am Montag eingenommen hat. Sybille Schmitz war seit mehreren Jahren Untermieterin bei einer Münchener Ärztin. Mitbewohner verständigten am Dienstagnachmittag die Kriminalpolizei, nachdem die Schauspielerin sich den ganzen Tag über nicht in der Wohnung gezeigt hatte. Als die Beamten die verschlossene Tür öffneten, fanden sie Sybille Schmitz bewusstlos auf. Die Kriminalpolizei hatte einige Briefe sichergestellt, die die Schauspielerin wahrscheinlich kurz vorher geschrieben hatte.

Der Erzähler/ Wien 25.04.1955

 ©Stadtarchiv/ Düren

 ©Stadtarchiv/ Düren

 

Wiener Wochenausgabe April 1955

 ©Stadtarchiv/ Düren

 

 

 

 

Frau im Spiegel: 15.05.1955

 

 

 

Sterbeurkunde/ ©Friedemann Beyer

 

 

Friedhofsmitteilung für den 16.04.1955

 

Die Trauerfeier am Ostfriedhof in München, mit viel Prominenz und einigen Freunden.

 

 

 

 

 

Auf dem Totenbett aufgebart  /  Die Grabstätte

     Krematorium 166b-32

        Die Grabstätte

 

 

Filmexpress: 17.04.1955

 

 

 

Münchener Merkur: 17.04.1955

 

 

Bild Zeitung, vom 18.04. 1955

 

 

 

 

Leserbrief von 1955

 

 

 

 

Schlagzeile, zur mehrteiligen Serie, in der die Schauspielerin Henriette Speidel versucht, die Hintergründe des Todes zu klären. Wochenend Nr. 21-24 1956.

Die Schauspielerin Henriette Speidel [Der Ruf/1948 - Weiberkrieg 1928], die nach Sybilles Tod in deren Wohnung einzog, war es, die den Stein ins Rollen brachte, Indizien zusammentrug und den Staatsanwalt auf den Plan rief.

 

 Henriette Speidel

 

Die Anklageschrift gegen Dr. Ursula Moritz lautete:

 

Anstatt die Sucht der Schauspielerin einzudämmen, erfüllte die Angeschuldigte [Dr. Ursula Moritz] bedenkenlos alle auf die Beschaffung des Rauschgiftes gerichteten Wünsche der Patientin. Ausser den 64 auf den Namen Sybille Schmitz ausgestellten Rezepten, händigte sie der Patientin laufend weitere Drogen aus, die sie auf die Namen anderer Patienten bezog......

 

Gegen Sybilles damalige Ärztin, Dr. Ursula Moritz, wurde ein Jahr später ein Prozess wegen unsachgemässer Behandlung angestrengt. Die Staatsanwaltschaft warf ihr schweres Vergehen gegen das Opiumgesetz vor. Lediglich 4 Monate Haft auf Bewährung wurden ausgesetzt.

 

 Dr. Ursula Moritz

 

 

  

Urteil vom 23.05.1956/ Landgericht München:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Münchener AZ: 14.04.1955

Von Klaus Budzinski

 

 

Man kann mich nicht mehr brauchen, stand in ihrem Abschiedsbrief, den die

Schauspielerin Sybille Schmitz hinterlassen hat. Sonst hat sie wenig hinterlassen. , was materiellen Wert besaß.

Was uns bleibt, ist die Erinnerung an eine große Frau im Leben und in der Kunst, mit der herrlichen „Na, wenn schon“ Attitüde einer, die aufs Wesentliche aus war. Was uns an ihrer Bahre aber noch anweht, ist ein grimmiger Zorn auf jene Filmemacher, die da glauben, eine ganze Generation  deutscher Schauspielerinnen von der Leinwand wegfegen zu können, nur weil sie die vierzig erreicht haben. Platz für die knusprigen Dutzendgesichter – ganz gleich, ob sie was können oder uns menschlich anrühren. Es kommen ja immer wieder Neue nach. Auch diese Einstellung wird sich eines Tages als ein Wahn herausstellen, wie der , das Publikum wolle nicht mit Stoffen aus dem Zeitgeschehen bedient werden...

Sybille Schmitz starb in seelischer und materieller Not. „Man kann mich nicht brauchen“. Können wir es uns wirklich leisten, auf solche Frauen zu verzichten, ganz gleich übrigens, wo sie im täglichen Leben ihren Mann stehen?!

 

 

 

 

Darmstädter Tagesblatt: 14. 04.1955

 

 

 

Die ersten polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass die Schauspielerin aus Angst vor ihrer Zukunft aus dem Leben geschieden ist. Aus den Briefen geht eindeutig hervor, dass Sybille Schmitz Selbstmord beging, wweil sie den Anschluß an Künstlerkreise nicht mehr erhielt. Einer der entschiedensten Gründe zu dem Selbstmord ist vermutlich gewesen, dass aus ihrer Filmrolle in dem Robert Siodmak Streifen –Die Ratten- nichts geworden ist.

Mit Sybille Schmitz haben Film und Bühne eine überragende Darstellerin großer Charakterrollen verloren. Sie wählte sorgfältig zwischen den Aufgaben, die sich ihr boten und sie gestaltete sie neuartig und lebensnah, ohne Spur einer Schablone. Zwei Jahrzehntelang war sie die elegante, zärtliche oder hintergründige Frau des deutschen Films, die große Dame ebenso wie Vamp...

Die Nachkriegszeit brachte der Künstlerin neben Bühnenverpflichtungen nochmals dankbare Filmaufgaben, so in –Zwischen gestern und Morgen- mit der Rolle der in Auschwitz umgebrachten Nelly Dreifuß. Sie spielte eine Widerstandskämpferin in – Die letzte Nacht- und eine abenteuernde Gräfin in –Kronjuwelen- . Ihr letzter Film war die deutsch- jugoslawische Gemeinschaftsproduktion – Das Haus an der Küste-.

 

 

 

 

 

Münchener AZ: 14.04.1955

-ULZ MÜnchen [Eig.Ber.]

 

Man kann mich nicht mehr brauchen, heißt es in einem Abschiedsbrief, den die Schauspielerin Sybille Schmitz hinterlassen hat. Sie starb gestern morgen gegen neun Uhr, im Krankenhaus in Biederstein. Am Tag vorher hatte sie eine Überdosis Schlaftabletten eingenommen.

An einer anderen Stelle des Briefes schreibt sie „Verzeiht mir! Wir alle müssen einmal sterben. Warum nicht jetzt?“

An Dr. Moritz gerichtet schreibt sie: „ Für das ausstehende Honorar kannst Du meinen Mantel nehmen“.

Polizeibeamte fanden die Schauspielerin am Montagnachmittag, in ihrem Zimmer bewusstlos

auf. Hausbewohner hatten die Polizei verständigt, nachdem sie Sybille Schmitz den ganzen

Tag weder gesehen noch gehört hatten. Die Vergiftete wurde sofort ins Krankenhaus

eingeliefert. Aber alle ärztliche Hilfe kam zu spät. Vermutlich hatte sie das Gift bereits

in den frühen Morgenstunden eingenommen...

 

 

 

 

Münchener AZ: ca. Februar 1955

Sybille Schmitz war Anfang Februar in der Reaktion der Abendzeitung, um ihr

Herz auszuschütten. Sie machte keinen besonders erregten Eindruck, wohl aber

einen sehr niedergeschlagenen und mutlosen, wie ein Mensch, der keinen Ausweg

sieht. Wir unterhielten uns mit ihr vor allem über 2 Themen. Die beklagte

sich, dass sie in Filmkreisen höre, die Schmitz sei fertig. Man erzähle sich

überall, sie habe einen Nervenzusammenbruch gehabt.

Nun sei sie gekommen, dieses Gerücht zu widerlegen. 

Sie fühle sich imstande zu arbeiten aber was man ihr in letzter Zeit angeboten

habe, sei nicht mit ihrem künstlerischen Gewissen vereinbar.

Zu Unrecht bin ich in den Verdacht gekommen, daß ich hochmütig sei.. Aber ich

habe einen Ruf zu verlieren... In Freundeskreisen hat man mir das Ablehnen von

Filmrollen sehr übel genommen. Auch meine beiden Managerinnen [Weider und Jowanowicz]

waren nicht damit einverstanden. Freunde haben mir private Hilfe angeboten, doch

ich wollte unabhängig bleiben. Für Frauen meiner Art ist kein Platz mehr im deutschen

Film, beklagte sie sich über die Phantasielosigkeit der Regisseure. Luise Ullrich

ist die Einzige, die wieder Rollen gefunden hat, erkannte die Schmitz neidlos an.

Wir stellten Sybille Schmitz damals die "Abendzeitung" für ein Interview zur Verfügung.

Sie bat sich Bedenkzeit aus, seither haben wir nichts mehr von ihr gehört.

Sybille Schmitz gehörte nicht zu den Schauspielerinnen, die Reklame für sich machen

können. Sie wollte durch nichts Anderes ihren Weg machen, als durch ihre künstlerische

Leistung. Doch dazu gab man ihr kaum noch Gelegenheit.

Dass sie keine Kompromisse machen konnte - sie war auch politisch immer eine der Wenigen,

die Charakter bewiesen - ist ihr in dieser Zeit nicht gut bekommen.

 

 

 

 

 

 


Sybille   Schmitz

 

   

*  02.12.1909

   13.04.1955

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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