Sybille Schmitz in: F.P.1 antwortet nicht

 

Der berühmte Ozeanflieger Ellissen will die Welt auf ein großartiges Projekt seines Freundes Droste aufmerksam machen. Mitten im Ozean soll die schwimmende Plattform F.P.1 entstehen – mit Landeplatz und Hotel als Zwischenstation auf dem Flug von Europa nach Amerika.
Die Lennartz-Werft soll dieses gigantische Projekt verwirklichen. Als Ellissen von einem gescheiterten Rund-um-die-Welt-Flug zurückkehrt, steht die Insel im Ozean. Einem Hilferuf folgend, fliegt er zusammen mit Claire Lennartz zu F.P.1. Dort muss er erkennen, dass sich Claire, in die er sich verliebt hatte, inzwischen Droste liebt. Trotz Eifersucht und Verbitterung hilft er, die Plattform zu retten, die durch einen Sabotageanschlag von Chefingenieur Damsky im Meer zu versinken droht. 

 

 

Schellakplatten von 1932 zum Film

 

 

Sensationspremiere mit Riesenerfolg
Kinematograph, Nr. 251, 23.12.1932


(...) Alle Erwartungen, die man auf die Dramatisierung von Siodmaks spannendem Roman setzte, sind weit übertroffen. Es ist ein Film, in dem alle publikumswirksamen Elemente glücklich zusammenklingen. Ein Erzeugnis der Erich Pommer-Produktion, das sich gleichberechtigt neben die größten und besten Erfolge dieses Producers der Weltklasse stellt. (...)

Das ist ein Stoff, der mitreißt. Der von Anfang bis Ende packt. Der die Zuschauer in den Bann zwingt. Besonders, wenn man einen so großen originellen und prächtigen Rahmen zur Verfügung hatte, wie Karl Hartl, der für die Regie des Bildes zeichnet.

Die phantastischen Bauten auf der Greifswalder Oie sind unseren Lesern bekannt. Aber die begeisterte Schilderung kann den Eindruck nicht in Worte kleiden, den das Bild dieser Plattform im Beschauer hervorruft.

Man hat ein Bauwerk konstruiert, das dem Kameramann alle bildlichen Möglichkeiten gibt. Zeigt etwas, das phantastisch und doch lebenswahr wirkt. Grandios in seinen Formen. Pompös und doch von jener technischen Nüchternheit, die derartige Sensationsbauten haben müssen, wenn das ganze Spiel nicht den Stempel der Echtheit verlieren soll.

Unerhört schön auch die Lennartz-Werft, die dank modernster Kameraarbeit in Trickbildern auf uns wirkt.

Eine Sinfonie aus Stahl und Eisen. Eindrücke, die man so leicht nicht wieder los wird.

Aber deswegen darf diese dekorative Seite der Angelegenheit nicht überschätzt werden. – Sie ist tatsächlich trotz ihrer eindrucksvollen Wirkung nur gigantische Staffage, vor der ein spannendes Spiel abrollt.

Hans Albers als Ozeanflieger stellt eine Höhenleistung hin. Es hat den Anschein, als ob dieser Schauspieler noch reifer geworden ist, beherrschter, klarer in der Ausdrucksform. Selbst die, die ihn bisher schon besonders schätzten, erstaunen vor dieser Beherrschtheit und Vollkommenheit, mit der dieser Spitzenschauspieler vor uns tritt.

Er überbrückt die wenigen Stellen des Manuskripts, die vielleicht nicht hundertprozentig sind. Reißt mit von Anfang bis zu Ende und spielt so überragend, daß es all die anderen außerordentlich schwer haben.

Paul Hartmann, sicher ein Darsteller mit vielen Qualitäten, ein Mann, der unzweifelhaft zur ersten Garnitur gehört und den man sehr bald wieder in großen Rollen sehen möchte, muß bei aller Anerkennung seiner Leistung erheblich hinter Albers zurücktreten.

Peter Lorre tritt trotz seiner beachtlichen großen Virtuosität ohne weiteres in den Hintergrund.

Sybille Schmitz, der man die einzige Frauenrolle im Spiel anvertraute, gefällt und befriedigt. Sie wirkt elegant, hat Spiel- und Sprachtechnik. Aber sie ist eben in diesem Bild drittes Rad am Wagen, weil vor der überragenden Stellung des Repräsentanten der Hauptrolle alles andere verschwindet. (...)

Was hier geschaffen wurde, ist eine Großtat der Kinematographie. Ein Werk von Weltgeltung und Weltbedeutung. Ein Film, der in seiner Art nicht zu übertreffen ist und zu dem sich das Publikum drängen wird, wie wir das bei großen gigantischen Filmwerken in den besten Zeiten gewohnt waren.

Im Ufa-Palast gab es endlosen stürmischen Beifall. Eine Begeisterung, wie sie kaum noch zu überbieten ist, und in die auch die nüchterne, zurückhaltende Kritik mit einstimmen muß, weil es hier wirklich um etwas Besonderes, Unerhörtes, Einmaliges geht.

Um einen Film, der in der Geschichte der Kinematographie seinen Ruhmes- und Ehrenplatz behält


 

            

 

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