Sybille Schmitz: Kurzbiografie - Ein Leben

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Jugendjahre:

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Sybille [Maria Christina] Schmitz wird am 02.Dezember 1909 in der westlichen Ecke Deutschlands geboren, in der Nähe von Aachen, wo Deutschland mit Holland und Belgien zusammenstößt: im beschaulichen Düren.

 Geburtsurkunde

 

Ihr Vater ist Konditor und Kaufmann. Niemand in ihrer Familie hatte irgendwann einmal einen künstlerischen Beruf ausgeübt. Der Drang einer künstlerischen Befriedigung meldet sich bei Sybille von selbst. Im Alter von 11 Jahren nehmen sie ihre Eltern zum ersten Mal mit in eine Theateraufführung, im Stadttheater in Düren. Einmal an den Gedanken gewöhnt, eine künstlerische Laufbahn einzuzschlagen, kommt sie zeitlebens nicht mehr davon los.


 Mit Eltern und Geschwistern

 

Im Alter von neun Jahren wird sie zunächst in einer Ursulinen-Klosterschule, in Lohr/ Main erzogen, um im Anschluß daran die Kölner Handelsschule zu besuchen. Später ergreift sie einen Beruf, um sich das Geld für die Schauspielschule in Köln zu verdienen.  

Doch dieser künstlerische Weg und die Entwicklung der Sybille Schmitz waren nicht von Anfang an absehbar. Die Aufnahme in die Kölner Schauspielschule ist von einer Prüfung abhängig, die es vor 13 Prüfern zu bestehen gilt. Diese jedoch halten die Schmitz für gänzlich ungeeignet, da sie in keins der üblichen Fächer einzuordnen ist. Allein die Leiterin der Schauspielschule, Louise Dumont setzt sich dafür ein, dass Sybille, mitten im Semester doch noch aufgenommen wird.

 Louise Dumont als Hedda Gabbler     1928

 

Bereits nach einem Vierteljahr bricht sie ihr Studium ab, um im praktischen Betrieb des Theaters lernen zu können. Mit geborgten einhundert Mark fährt sie von Köln nach Berlin, wo sie am „Deutschen Theater" vorstellig wird.

 

 Deutsches Theater 20er Jahre [rechts im Bild]

 

Dieses steht unter der Leitung von Max Reinhardt [ Direktor des Deutschen Theaters 1905-20 und 1924-33]. Er ist der berühmteste Bühnenregisseur der Weimarer Republik.

 Max Reinhardt

 

Das Theater- und Bühnenspiel lernt sie von Grund auf und erhält gleich einen drei-Jahres-Vertrag mit einer Gage von monatlich 100 Mark. Zunächst agiert sie nur in kleinen Rollen oder Zweitbesetzungen. Unter der Regie von führenden Bühnenregisseuren wie Heinz Hilpert, Leo Mittler und Leontine Sagan, erhält sie ab Herbst 1928 kleine Rollen in Komödien, Lust- und Schauspielen.[siehe Menue: Bühne & Theater] 

 

 

 

 

 

 

Aufstieg einer Unbekannten:

 

Unter den Schauspielerinnen, die sich beim deutschen Film nach einer verhältnismäßig kurzen Zeit durchsetzen konnten, ist Sybille Schmitz sicherlich eine der Wandlungsfähigsten; jedenfalls gehört sie der Reihe derjenigen Schauspielerinnen an, die nicht von vornherein auf einen bestimmten Rollentyp festgelegt wurden oder festgelegt werden konnten.

In einer Episode des SPD Parteifilms FREIE FAHRT (1928) ist sie eine Mutter, die an einer Frühgeburt stirbt. Im Polizeibericht ÜBERFALL (1929) spielt sie eine Prostituierte und in Pabsts TAGEBUCH EINER VERLORENEN (1929), neben Louise Brooks, ist sie das schwangere Dienstmädchen, dass aus dem Haus gejagt wird und sich ertränkt. Alles kurze Auftritte, aber sie machen Eindruck. Leinwandpräsenz eben.

 

     Vampyr / Tagebuch einer Verlorenen

 

Ihre Rolle im Jahr 1932 in Carl Theodor Dreyers "Vampire", als kranke Léone, lässt Insider aufhorchen.  Der Film wird ein Flop, in Wien sogar ausgepfiffen, doch die Schmitz ist es, deren Gesicht von der Kamera eingefangen und nicht wieder losgelassen wird. Ein Gesicht, das man sich merkt.

 

 Vampyr

 

In Vampyr ist kein Platz, für traditionelle Frauenbilder, gebissen wird sie von einer alten Frau mit Krückstock. Vampyr etabliert sie als morbide Schönheit, der man jede sexuelle Erfahrung zutraut, obwohl sie für einen Austausch von Intimitäten zu distanziert scheint.

Wenn das Klischee stimmt, dass die Kamera manche Schauspieler liebt, dann trifft das mit Sicherheit bei Sybille Schmitz zu. Um das Rätsel in Vampyr zu lösen, umkreist Dreyer ihr Gesicht in detaillierten Großaufnahmen. Das wirkt auf den Zuschauer erregend, weil vieles angedeutet, versprochen wird, ohne sich festhalten zu lassen.

 

Sie selbst sieht sich in der Nachfolge von Asta Nielsen –das ernste Kammerspiel, das ist mein Fach-, sagt sie selbst. Für die heiteren Rollen kommt sie eh nicht in Frage. Die Auswahl ihrer Rollen möchte sie stets mir ihrem künstlerischen Gewissen vereinbaren können ... diesen Grundsatz hat sie bis an ihr Lebensende.

 

  

 

 

 

Hauptrollen & Spitzengagen:

 

Mit ihrer nächsten Rolle in "F.P.1 antwortet nicht" (1932), neben Hans Albers, wird sie dann schlagartig dem breiten Publikum bekannt. Das Lied "Flieger grüß mir die Sonne" wird zum Tonfilmschlager.

Der Kinematograph, vom 23.12.1932 schreibt: Sybille Schmitz, der man die einzige Frauenrolle im Spiel anvertraute, gefällt und befriedigt. Sie wirkt elegant, hat Spiel- und Sprachtechnik...

Im Ufa-Palast gab es endlosen stürmischen Beifall. Eine Begeisterung, wie sie kaum noch zu überbieten ist, und in die auch die nüchterne, zurückhaltende Kritik mit einstimmen muß, weil es hier wirklich um etwas Besonderes, Unerhörtes, Einmaliges geht.

 

  FP1 antwortet nicht

 

Nach F.P.1 soll sie gesagt haben: "Ich wäre zu allem bereit gewesen, ob über oder unter Wasser- ich folge ihm überall hin- dem großen Zauberer, dem großen Rattenfänger Film[Die Frau 1947].

 

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Mit den nun folgenden Filmen etabliert sie sich endgültig als die grosse Akteurin des deutschen Kinos und fasziniert als geheimnisumwitterte, unnahbare, rätselhafte Frau in Filmen wie "Der Herr der Welt" (1934), "Abschiedswalzer" (1934), "Ein idealer Gatte" (1935) und "Fährmann Maria" (1936) - ein eigenwilliger Film, der nahezu ausschliesslich von der unglaublichen Darstellungskraft der Sybille Schmitz getragen wird. Noch nie war die Darstellerin natürlicher, ungeschminkter und besser, als in diesem Film. --Ein Meisterstück--

Dank großer atmosphärischer Stimmigkeit, dramaturgischer Präzision und einer starken lyrischen Note gehört dieser Legendenfilm zu den besten deutschen Arbeiten, im Genre des phantastischen Films. Hohen Anteil daran hat auch die unbedingte Glaubwürdigkeit, welche die faszinierende Sybille Schmitz den metaphysischen Zügen der Titelfigur zu verleihen vermag [Bildserie zu diesem Klassiker, siehe -Menue-FILMHEFTE-unten auf der Seite].

Der Regisseur dieses künstlerisch erfolgreichen Films ist Frank Wisbar [Wysbar]. Mit ihm lebt Sybille einige Jahre zusammen.

 

 Frank Wysbar

 

Er ist starker Alkoholiker und hat keinen nachhaltig guten Einfluß auf sie, denn auch Sybille kommt verstärkt mit Alkohol in Kontakt.

 

Wenn Sybille Schmitz sich der Darstellung von verschiedenartigsten Menschen bewähren konnte, wenn die künstlerisch unterschiedlichsten Spielleiter, unter deren Regie sie gespielt hat, sie mit immer anderen Aufgaben betrauten, so besagt das ohne Zweifel eine Menge über ihre schauspielerischen Fähigkeiten aus.

 

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Sybille Schmitz: ein solches Gesicht, mit seinen klaren, herben Zügen, seinem scheuen Blick und dem stets etwas traurigem Mund, umgab ein Hauch von Fremdheit, von Einsamkeit, die etwas mit seiner androgynen Schönheit zu tun haben mochte. Jedenfalls stand genau das im krassen Widerspruch, zum eher gewöhnlichen Namen der Schauspielerin, die mit ihrem derart "coolen" Blick die Zuschauer in ihren Bann zog. Die großgewachsene, rothaarige, faszinierende Akrice zieht die Zuschauer förmlich in ihren Bann. Durch die nicht greifbare, märchenhafte Flimmerwelt des Films geht sie mit ihrer mystriös- faszinierenden Persönlichkeit und gibt vielen, die sie sehen, die mit ihr arbeiten, Rätsel auf.

 

 

  

Von der beliebten Filmzeitschrift "Filmwelt", zur Serie "Jung sein und schön bleiben" befragt, sagt sie 1935 in einem Interview, daß man doch bitte schreiben solle, daß sie keine sportliche Frau sei. Im Gegenteil, sie sei sogar ausgesprochen unsportlich...ihr liebster Sport, um das Thema nochmals zurückzukommen, sei Sonnenbaden. Sie schwimme und rudere gerne, sei aber weit davon entfernt, eine passionierte Schwimmerin zu sein.Sie erzählt auch von der bis zur Leidenschaft gesteigerten Liebe für Parfüms, die sie sammele, wie andere Antiquitäten oder Münzen. Sybille verrät, Düfte zu studieren, förmlich abhängig davon zu sein. Diese Sammelleidenschaft bezeichnet sie als ihre einzige kleine Marotte.

 Schwimmfreuden

Sie lerne jetzt Reiten und Steppen. Jedoch nur, weil sie es im Beruf brauche, nicht aus innerem Drang.

Bis Mitte der 30er Jahre steigt Sybille Schmitz zur Spitzenverdienerin auf und dreht Film an Film. Ihre bloße Anwesenheit wirkt als Katalysator.

Privatbrief von Sybille Schmitz 08.01.1936, an einen Herstellungsleiter, der belegt, wie beschäftigt sie ist. 

 ©Friedemann Beyer

 Mit Harry Piehl, beim Filmball 1935

Ab Mitte der 30er Jahre verhängten die Nazis strengere Auflagen, so auch gegen Sybille Schmitz, in denen eine engere Annäherung der Rollen im Sinne des Regiems gefordert wurden. An Fährmann Maria wurde bemängelt, dass der Film -rassehygienischen Forderungen- keinesfalls standhalten kann-.

 

 Fährmann Maria

 

Die Rollen die Sybille liebt, werden spärlicher. Dass sie Goebbels einen Korb gegeben haben soll, war ihrer Karriere auch nicht gerade förderlich [woraus aber kein Berufsverbot hervorging, wie oft behauptet wird]. Sie sei zu alt, wird ihr vorgeworfen, nicht vielseitig genug und ihr Sexualleben sei konfus, skandalös, nicht auf das andere Geschlecht beschränkt. Daraus hatte sie allerdings nie einen Hehl gemacht. Als sie 1940 den Autor Harald G. Petersson heiratet, mögen das viele als Dementi verstehen...

1937/38 kommt es zu einem kurzfristigen Spielverbot, das aber durch Intervention von Gustaf Gründgens und Zuspruch des für die grandiose Musik verantwortlichen Komponisten Theo Makkeben, eingeschränkt wird; sie erhält die Erlaubnis in "Tanz auf dem Vulkan" (1938) mitzuwirken und liefert eine Meisterleistung ab. Wiederrum ist es ihr Gesicht, dieser typische Blick und die lockere, leicht geheimnisvolle Spielweise, die dem Zuschauer in Erinnerung bleibt. 

 

  Tanz auf dem Vulkan mit Theo Lingen

 

 

  

  

 

Die Kriegsjahre & die Zeit danach:

 

1942 brilliert Sybille Schmitz in dem Streifen "Titanic", in der Hauptrolle als verarmte und lebensmüde Aristokratin, die im Untergang über sich hinauswächst.

 

 Titanic

 

Der Film wird am 10.11.1943 in Paris uraufgeführt. Die Uraufführung in Deutschland erfolgt erst im Februar 1950. Zuvor wird er von den Nazis verboten und im Februar 1950 dann gleich wieder von den Westalliierten.

 

Ende der dreißiger Jahre zieht sich Sybille Schmitz mit ihrem Mann, dem Autor Harald G. Petersson, in das Dorf Krimml, nach Österreich zurück. Zunächst verbringen die Beiden freie Tage und Urlaub dort, später ziehen sie, nachdem die Wohnung von Petersson am Ludwig- Kirch Platz in Berlin zerbombt wird, vollständig dorthin.

Die Trennung und spätere Scheidung von Petersson erfolgt kurz nach Kriegsende. Im Herbst 1945 ziehen die Beiden in Hamburg trotzdem wieder zusammen und planen für die Zukunft gemeinsame Projekte.

Viele der Drehbücher zu ihren Filmen, stammen aus der Feder von Petersson. So z.B.

 

1948/1949 Die letzte Nacht Drehbuch

1943  Die Hochstaplerin  Drehbuch

 

1941/1942 Vom Schicksal verweht  Regie-Assistenz

 

1939  Die Frau ohne Vergangenheit  Drehbuch

 

Die Drehbücher späterer, sehr berühmter Filme stammen ebenfalls von Petersson:

1963: Winnetou I / Das indische Tuch / Der Zinker / 1964: Der Hexer / Winnetou II / 1965: Winnetou III ...

 

 

Für ihre immer noch zahlreichen Bewunderer und Verehrer ihrer Filme ist Sybille Schmitz zu dieser Zeit schöner denn je. Gereift und noch edler aussehend, ist sie stets auf der Suche nach anspruchsvollen Rollen, die ihrem Alter und Ihrem Könen entsprechen. Die Angebote werden sie nie mehr vollkommen zufrieden stellen können. Finanziell rechnen sich ihre Filme Anfang der 50er Jahre, künstlerisch jedoch kommt sie nicht auf ihre Kosten. Dieses Manko kompensiert sie verstärkt in ihren Theaterstücken.

 

 

 

Ihre Rollen werden kleiner und neue, frische Gesichter und Stars, wie z.B. die junge Hildegard Knef, verdrängen ihren Namen von den Spitzenpositionen der Leinwände und Plakate. Der Rezendent Gunter Groll [SZ Kritik, zum Start des Films] bewundert am meisten die Schauspielerin Sybille Schmitz, als rastlos gehetzte Jüdin.

Nach dem Krieg waren robuste Persönlichkeiten gefragt. Sybille Schmitz war sensibel und Anpassung war nie ihre Stärke.

Noch bis zuletzt erhält Sybille Schmitz verlockende Rollenangebote, so z.B. in "Spionage" und den "Ratten". Doch die Künstlerin befindet sich offenbar nicht mehr in der Verfassung, einen kompletten Film, mit allen Strapazen und der nötigen Disziplin durchzustehen.

 

 Illusion in Moll

 

Daraufhin spielt Sybille u.a. in Zimmertheatern gegen geringe Gage. So kommt sie auch zum Atelier- Theater von Beate von Molo ,in der Elisabethstraße in Schwabing. Dort spielt sie u.a. in den Stücken "Als der Krieg zu Ende war" und "Zimmer 29". 

Der Fotograf F.C. Gundlach macht in dieser Zeit eine seiner ersten "Modeaufnahmen" für die Zeitschrift "Film und Frau" u.a. auch mit Sybille Schmitz - in genau diesem Atelier Theater von Beate von Molo.

Mit Beate von Molo verbindet Sybille eine tiefe berufliche, wie auch private Beziehung. Die beiden sind ein Paar, verbringen von nun an sehr viel Zeit gemeinsam. Vielleicht ein Grund mit, woran letztendlich die Ehe mit Harald G. Petersson scheitert. 

Petersson verkraftet und akzeptiert die Bisexualität und den immer größer werdenden Alkoholkonsum seiner Frau nicht, so dass sie später -privat- getrennte Wege gehen werden. 

 

 Mit Beate von Molo (links im Bild)

 

Die Schmitz lehnt zahlreiche Rollenangebote ab und wird schnell als "schwierig" und unzuverlässig eingestuft. Sie erklärt es später mit dem Ruf, den sie zu verlieren habe, wenn sie jede ihr angebotene Rolle annähme. "Ich bin doch nicht hochmütig, wenn ich eine Rolle nicht annehme, aber ich habe schließlich einen Ruf zu verlieren. Ich kann nicht alles spielen, was man mir anbietet". 

 

    

Trümmerkino im Jahre 1950, das einen Film [Die Lüge] mit Sybille Schmitz zeigt.

 

 

 

 

 

 

Der lange Abschied [Sehnsucht nach Traurigkeit]

1953 erkrankt Sybille an einer Gesichtsneuralgie und begibt sich in die Hände der Münchner Ärztin Dr. Moritz, die diese mit dem Mittel Eukodal behandelt. Schnell süchtig, bezieht sie ein kleines Zimmer in deren Haus. Da es immer mehr an Geld mangelt, ist sie vom Wohlwollen ihrer Ärztin und deren Haushälterin Klara Schweikhardt abhängig. Von nun an steht ihr Leben unter ständiger Kontrolle der Ärztin. Die beiden Frauen entscheiden über den Alltag von Sybille, kontrollieren ihre Anfrufe und Besuche.

 Dr. Ursula Moritz

Sie verfällt dem Alkohol immer mehr und gibt Unsummen an Geld für Tabletten und Drogen aus, die sie von der befreundeten Ärztin in immer größeren Dosen, gegen gute Bezahlung bekommt. Als ihr Konto kein Guthaben mehr aufweist, verkauft sie ihre Wertgegenstände und leiht sich mehrmals Geld bei ihrer Cousine [Christel Jacobs], der sie die Rückzahlung verspricht, mit der Aussicht auf neue, große Rollenangebote.

Sie steht für den Fotogafen F.C. Gundlach für Modeaufnahmen zur Verfügung, lehnt aber Tourneeveranstaltungen durch die Bundesrepublik ab, bei denen sie über Mode und Kosmetik erzählen soll ... trotz guter Bezahlung. Sie ist der Meinung, in ihrem Zusand das Publikum nicht mehr überzeugen zu können. Auch die Hilfe ihrer früheren UFA Kollegin Olga Tschechowa [in Form einer Gratisbehandlung, zur Verjüngung und Verschönerung ihres Äusseren],  die eine Kosmetik Firma in München betreibt, lehnt sie mit dem Argument ab, dass ihr nicht mehr zu helfen sei.

Die Polizei, von der Haushälterin gerufen, findet die Bewusstlose im April 1955 in ihrer Wohnung in München: Die Schmitz hatte versucht, ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen.

 

 

Bericht/ Anzeige aus der FilmRevue Nr. 10/ 1955

 

 

 

 

 ... an Dr. Ursula Moritz

 

Darin schreibt sie den so oft zitierten Satz: „Ich habe mich so bemüht, wieder Anschluß zu finden, aber man kann mich nicht verwenden".

Sie stirbt sehr einsam, als die große Verlorene des deutschen Kinos.

 

 

 

  Der Abschiedsbrief

Liebe Ursula,

bitte verzeih,

daß ich Dir diese Unannehmlichkeiten

mache.

Ich hoffe, es klappt - einmal müssen wir alle sterben, und warum soll es nicht jetzt sein.-

Ich habe mich so bemüht, wieder Anschluß zu finden, aber man kann mich nicht verwenden.

 

Alles Liebe

Deine Sybille.

 

 
Sybille Schmitz erliegt am 13. April 1955, um 8.45 Uhr ihrer schweren Schlaftablettenvergiftung, in einem Münchener Krankenhaus. So die offizielle Version der Presse damals. Dr. Moritz konnte eine maßgebliche Beteiligung, am Tod der Künstlerin nie eindeutig nachgewiesen werden. Selbst im späteren Prozess, gegen die Ärztin, bleibt vieles verschleiert.

 

 

 Sterbeurkunde/ ©Friedemann Beyer

 

Sybille Schmitz wird auf dem Ostfriedhof des Krematoriums München bestattet. Über eintausend Trauergäste sind bei ihrer Aussegnung anwesend, darunter Olga Tschechowa, Winnie Markus, Rudolf Vogel, Erich Pommer u.a. Ihr geschiedener Mann, dessen Namen sie immer noch trägt, ist bei ihrer Beisetzung, dem letzten Weg, nicht anwesend. Viele wussten zu der Zeit nicht, woran die Schauspielerin zugrunde ging, warum sie freiwillig aus dem Leben schied. So wurde nach dem Begräbnis viel geredet, spekuliert und vermutet. Doch erst im laufe der folgenden Wochen und Monate kam ein wenig Licht ins Dunkel, um die letzten Monate im Leben der Sybille Schmitz.

 

   Grabstätte [München]

 

 

Sonderseite:  Abschied 

 


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Publikationen über Sybille Schmitz:

 

1998 erschien ein hochinteressantes Buch über Sybille Schmitz, im Belleville Verlag [mittlerweile in der 2. Auflage]. Uneingeschränkt lesenwert, mit seltenen Fotos und Aufnahmen der Künstlerin:

 

 

Schöner als der Tod

Das Leben der Sybille Schmitz / von Friedemann Beyer

 

 http://www.belleville-verlag.de/

 

Von : Friedemann Beyer

ISBN: 3923646720

84 Abb., 32 in Duotone

Verlag : belleville  1998

kartoniert

Seiten :207

Größe :17 x 23,5 cm  

 

 

 

 

Tanz mit dem Tod/ Der UFA Star Sybille Schmitz

Ein Film von Achim Podak, Transit Film 2000 [basierend auf der Biografie von Friedemann Beyer "Schöner als der Tod - Das Leben der Sybille Schmitz"]

 http://www.transitfilm.de/de/

über den Ufa-Star Sybille Schmitz drehte Achim Podak im Jahr 2000 unter dem Titel "Tanz mit dem Tod. Der Ufa-Star Sybille Schmitz". Drehbuch: Friedemann Beyer und Achim Podak, nach Friedemann Beyers Biografie "Schöner als der Tod. Das Leben der Sybille Schmitz". Kamera: Thomas Repp. Schnitt: Beatrix Wilbert-Schieferstein (60 Minuten). Mit Interviews von: Willy Egger , Christel Jacobs, Winnie Markus, Fritz Schmitz, Gyula Trebitsch, Annemarie Wysbar.

 

 

 

 

Die Sehnsucht der Veronika Voss

 

siehe auch Extra Seite: Veronika Voss/ Rosel Zech

 

1981 drehte Fassbinder den biographischen und äusserst erfolgreichen Film "Die Sehnsucht der Veronika Voss." Das Meisterwerk gilt als das filmische Denkmal für Sybille Schmitz und widmet sich nahezu ausschlieslich den letzten Jahren ihres Lebens.

 

   

    

 

Sybille Schmitz offenbarte einmal in einem Interview: "Ich wurde scheintot geboren und in einen Sarg gelegt. Erst die Hammerschläge, die ihn schlossen, erweckten mich zum Leben."

War deshalb stets dieses Rätselhafte um sie? Ob heiter oder mondän, als Hausmädchen oder Dame von Welt – sie besaß immer die unglaubliche Magie eines Mona-Lisa-Lächelns, fremdartig, kühl sah sie mit großen dunklen Augen von der Leinwand herab. So gab sie Frauenfiguren, die sich stolz an ihre Einsamkeit klammern, Verlassene, die mit winzigen Wendungen verraten, dass ihre Fassung, ihr spöttisches Lächeln, ihre oberflächliche Heiterkeit aufgesetzt sind. In einer Zeit, die unbekümmerte deutsche Kameradinnen verlangte, blieb sie die rätselhaft Fremde und Befremdende. Gerade diese Eigenschaften machten sie zu eine der interessantesten und unverwechelbaren Schauspielerin ihrer Zeit.

 

 

 

 

 

Berliner Kurier: 23.02.1998

Gleich neben Hans Albers

Einst wurde ihr "eines der markantesten Gesichter des deutschen Films" und ein sagenhafter "androgyner Reiz" zugeschrieben -doch die Karriere von Sybille Schmitz fand 1955 ein tragisches Ende. Verarmt und drogensüchtig nahm sich die gerade mal 45jährige Frau das Leben. Damit sie nicht ganz in Vergessenheit gerät, widmet ihr das Zeughaus eine Retrospektive. Den Anfang macht "Der Durchbruch" mit dem Fliegerabenteuer "F.P. 1 antwortet nicht", das  Sybille Schmitz an der Seite von Hans Albers zeigt. Friedemann Beyer gibt eine Einführung zum Film und stellt sein Buch über die Schauspielerin vor.

20.30 Uhr, Unter den Linden 2, S20304703

 

Zeughaus Kino/ Berlin 23.-30.03.1998: Retrospektive

Eine Retrospektive zwölf der Filme von Sybille Schmitz.

 

 

Filmmuseum München  -28. 02.1998: Retrospektive

 

Eine Retrospektive zwölf der Filme von Sybille Schmitz.

Darunter u.a. : Illusion in Moll, Freie Fahrt (ihr Filmdebut von 1928), Ein idealer Gatte und Abschiedswalzer.

 

Münchner Transit Film GmbH: Ausstellung

Eine Ausstellung über Leben und Werk der Sybille Schmitz. Zu sehen vom 06. - 27. Februar 1998, in den Räumen der Münchner Transit Film GmbH.

 

Zeughaus Kino/ Berlin 25. & 26.11.2005

F. P. 1 antwortet nicht
Englische Version: Secrets of F. P. 1)
D 1932, R: Karl Hartl, D: Hans Albers, Sybille Schmitz, Paul Hartmann, Peter Lorre, 114’ dt. OF

Kapitänleutnant a.D. Droste plant den Bau einer großen Plattform mitten im Atlantik, wo Flugzeuge auf ihrem Weg von Kontinent zu Kontinent landen und auftanken können. Bei der Realisation der Flugplattform 1 (F. P. 1) helfen ihm der Ozeanflieger Ellissen (Hans Albers) und Claire Lennartz (Sybille Schmitz). Nach zwei Jahren steht die künstliche Insel, doch Konkurrent Damsky schleicht sich an Bord, betäubt die Besatzung mit Gas und versucht, die Insel zu versenken. Ellissen und Claire können die Sabotage gerade noch im letzten Moment verhindern.
Karl Hartl drehte parallel noch eine französische und eine englische Version, wobei die Rollen von Hans Albers und Sybille Schmitz in der französischen Fassung von Charles Boyer und Danièle Parola und in der englischen von Conrad Veidt und Jill Esmond übernommen wurden.
Im Vorprogramm Ausschnitte der englischen Version: Secrets of F. P. 1

 

Arsenal Kino Berlin/ Filmmuseum Potsd.Platz:

03.01.2006 [21.00 Uhr] + 06.01.2006 [19.30 Uhr]

 

Zwischen Gestern und Morgen : Deutschland 1947

Dieser Film war der erste in der amerikanischen Besatzungszone produzierte Spielfilm.

 

 

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Deutsches hist. Museum/ Berlin:

 

  

Fotografien aus der Sammlung des
Deutschen Historischen Museums

9. Dezember 2005 bis 9. April 2006 u.a.

 

 © Tita Binz

 

 

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Mein ausdrücklicher Dank, zur Erstellung dieser Seite geht an:

 

Friedemann Beyer,

der mit seinem Buch "Schöner als der Tod" wichtige Impulse und Vorlagen für diese Homepage gab, sowie seltene Dokumente zur Verfügung stellte. Ebenso der Murnau Stiftung. Vielen Dank für Ihren Einsatz.

 

Michael Farin,

vom Belleville Verlag, als Herausgeber des Buches, für die Genehmigung der Verwendung von einzelnen Bildern und Textzeilen aus dem Buch "Schöner als der Tod".

 

Dietrich Linz,

stellte mir freundlicherweise sein Archiv mit seltenen Presseberichten über Sybille Schmitz, als Originaldokumente ab 1955 zur Verfügung, sowie zahlreiche Fotos vom Grab. Vielen Dank, für diese umfassende Sammlung und Ihr Vertrauen.

 

Michael Graf Wolff Metternich,

der mit umfassendstem Material und Wissen um Sybille Schmitz zur Seite stand. Für Ihren Vertrauensbeweis meinen herzlichsten Dank

 

Das Deutsche Theater Berlin,

dem Theater- Archiv, welches mit hilfreichen Recherchen, zu Texten aus der Zeit von Sybille Schmitz, am D.T. Berlin, zur Verfügung stand.

 

Das Fritz Rémond Theater, Frankfurt,

welches mir freundlicherweise bisher ungesehene und unveröffentlichte Unterlagen aus dem Archiv zur Verfügung stellte. Vielen Dank, für Ihr Entgegenkommen, von dem die Seite sehr profitiert.

 

Das Deutsche Filminstitut, Frankfurt,

den netten Mitarbeitern der dortigen Archive meinen herzlichsten Dank, für so viel Entgegenkommen und den rundum guten Service. Vorbildlich.

 

Das Film Archiv Austria, Wien,

das mir interessante Unterlagen zur Verfügung stellte.

 

Das Hessische Landesarchiv,

für die Zurverfügungstellung seltener Theaterdokumente und Verträge.

 

Das Goethe Institut Vilnius in Litauen,

für die freundliche Überlassung von Werbematerial zum Film Titanic.  

 

Die Rainer Werner Fassbinder Foundation - Berlin

Frau Juliane Lorenz & Herrn Dr. Daniel Kletke vielen Dank, für die Hilfe und Unterstützung bei der Erstellung der Unterseite von "Veronika Voss". 

 

Das Stadtarchiv in Düren

für die Zurverfügungstellung von Kopien und Archivmaterial aus Sybilles Dürener Zeit.

 

Verschiedene Privatpersonen

deren Wissen, Unterlagen und Bilder sehr wichtig waren, diese Seite so umfangreich erstellen zu können.

 

Teil 2:

Berichterstattung über den Tod & die Beerdigung, siehe Sonderseite:

 

Abschied

 

Fotos, Texte aus eigenem Archiv, bzw. lt. Quellenangabe oder mit freundlicher Genehmigung der Verfasser. Sollten Rechte Dritter durch diese Homepage berührt bzw. verletzt sein, so bitte ich um kurze Meldung per Mail, zwecks Klärung.

 

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